In einem anderen Forum hatte letztens eine alteingesessene Userin aus Minneapolis von den Zuständen dort berichtet. Ließ mich (und viele andere) ziemlich sprachlos zurück, aber gleichzeitig ist die Solidarität der Leute gegenüber einander ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass zumindest von Seiten des Volks noch nicht alles verloren ist. Sie ist jedoch sehr frustriert über die oberflächliche Berichterstattung. Sie hat zwar zugestimmt, dass es geteilt werden kann, aber da einiges sehr Forenspezifisch ist, fasse ich es lieber zusammen: Sie würde eher davon sprechen, dass sich eine Bürgerwache gebildet hat, als dass es wirklich viele Proteste gibt, was aber im Gegenzug zu einer Stimmung geführt hat, als wäre die ganze Stadt konstant unter Belagerung. Man bringt einander Essen und Geld, die Kinder werden von den Nachbarn zur Schule eskortiert und jeder, der ICE herumfahren sieht, schlägt sofort Alarm und versucht diese soweit möglich zu behindern. Es gibt einen Marsch und einen Streik heute, aber "This is more like stopping a mugger from taking a lady’s purse (or trying to) than going to an organized protest.". So ziemlich alle Szenen der Konfrontation, die man im Fernsehen sieht, ergeben sich spontan durch die Anwesenheit von ICE, die dazu führt, dass sich die Nachbarn zusammenscharen und versuchen zwischen ICE und deren Opfern zu stehen. Die meisten Menschen, die verhaftet werden, sind ortsansässige mit amerikanischer Staatsangehörigkeit, die schnell wieder freigelassen werden. Aber SELBSTVERSTÄNDLICH sind es sämtliche People of Color, die davon ausgehen müssen, jederzeit vom Bürgersteig weggezerrt werden. Alle Weißen, die einkassiert werden, werden direkt ungesehen angeklagt, einen von ICE angegriffen zu haben, obwohl sie das in den wenigsten Fällen getan haben. Besagte Userin ist Ureinwohnerin, sollte vielleicht erwähnt werden. ICE terrorisiert insbesondere die von Ureinwohnern geprägte Gemeinde "Little Earth", durchsucht die immer gleichen Läden von Ureinwohnern und verhaften Leute mit der Behauptung, dass ihre Stammesausweise gefälscht seien. Besonderes Salz wird in historische Wunden gestreut, dass ICE sich Fort Snelling als Operationsbasis unter den Nagel gerissen und das Museum geschlossen hat, um Leute dort zu inhaftieren. Ein Ort, an dem schon Tausende Ureinwohner im 19. Jahrhundert interniert und getötet wurden. Es ist eisig kalt und wenn sie die Menschen freilassen, werden sie einfach auf die Straße geschubst in den Klamotten, die sie bei ihrer Verhaftung trugen. Obendrein werden ihnen ihre Handys weggenommen, sodass sie keine Freunde oder einen Uber rufen können, um warm nach Hause zu kommen. Die Leute fühlen sich vom Gouverneur und dem Polizeipräsidenten verraten, die zwar im Fernsehen ICE verfluchen, aber praktisch gesehen nichts tun. Polizei, Sheriffs und Nationalgarde sind immer an der Seite von ICE und feuern fröhlich Tränengas in die Protestierenden. Das Tränengas ist oftmals grün - HC-Gas das das Nervensystem schädigt und chemische Verbrennungen anrichtet. Es gab erst letztens einen Fall wo ein sechs Monate altes Baby reanimiert werden musste, nachdem ICE einen Kanister Tränengas durchs Fenster ins Auto der Eltern gefeuert hat. ICE stürmt auch regelmäßig kleine Unternehmen, deren Besitzer im Fernsehen ihre Sympathie mit den Protestierenden bekundet haben oder als Helfer gezeigt werden. Hier sind es vor allem Weiße, die eingeschüchtert werden sollen.
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